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Newsartikel vom 21.03.2017 in Kategorie Allgemein

18. Kölner Verwalterforum – einfach galaktisch

18. Kölner Verwalterforum 2017

Eine Reise mit dem VNWI ins Universum – dabei die Top-Verwalterthemen im Gepäck. Das Kölner Verwalterforum am 18.02.2017 war mit über 500 Teilnehmern und 50 Fachausstellern einmal mehr der Branchentreffpunkt in NRW.

Auf der Erde wurde es zu eng. „Willkommen an Bord des VNWI-Raumschiffes“ hieß es daher bei der Vorabendveranstaltung. Der ehrwürdige Saal des Maternushauses war bis auf den letzten Platz gefüllt mit bunt kostümierten Passagieren – allesamt bereit für den Flug mit VNWI-Captain Kirk, alias Dr. Michael Casser, und seinem Sicherheitsingenieur, Georg Roth. Was folgte, war eine rauschende Weltraumpartie – versehen mit galaktischen Tanz-, Musik- und Comedy-Einlagen.

Die Erde hat sie wieder

Am nächsten Morgen eröffnete Casser dann pünktlich wie gewohnt die nunmehr 18. Auflage des Verwalterforums. Sein Willkommensgruß galt den Teilnehmern ebenso wie den Ausstellern, die in neuer Rekordzahl vertreten waren. Dies passe zum Wachstumskurs des VNWI, der unaufhaltsam der 500er-Mitgliedermarke zustrebe. Kern seines Referates war die Kalkulation des Verwalterhonorars. Er führte die Unauskömmlichkeit dieser Honorare vor Augen, die daraus resultiere, dass die Branche nicht den tatsächlichen Verwaltungsaufwand pro Objekt ermittele, sondern sich mit der Angabe eines ausschließlich unter Wettbewerbsgesichtspunkten ermittelten Preises pro Verwaltungseinheit begnüge. Die Verwalterverträge seien daher so umzugestalten, dass das Verwalterhonorar für das Gesamtobjekt bepreist würde, schließlich sei ja die WEG Vertragspartner und die Umrechnung auf die einzelnen Verwaltungseinheiten wie bei allen anderen Dienstleistungen ein interner Vorgang.

Die aktuelle Rechtsprechung aus Karlsruhe zum Wohnungseigentumsgesetz stellte Dr. Alfred Göbel, seines Zeichens Richter am Bundesgerichtshof, vor. Die Fälle wurden anschaulich dargestellt und ausführlich erklärt.

Das anschließende Schwerpunkthema „E-Mobilität – die neue Herausforderung“ teilten sich Martin Kaßler, Geschäftsführer des DDIV, und Wolfgang Dötsch, Richter am OLG Köln. Anhand eines Ländervergleichs zeigte Kaßler auf, dass in Deutschland beim Thema E-Mobilität deutlichen Rückstand hat. „Schauen Sie nach Norwegen!“ Dort sei bereits eine Quote von 18,1% an Elektrofahrzeugen zu beobachten. Der DDIV stehe voll hinter einer Gesetzgebung, die die Elektromobilität fördere. Nicht ganz so toll fand dagegen Dötsch das E-Auto. Zeigte er doch auf einer Folie seine liebevoll gepflegte Ente, seinen Oldtimer, einen schönen Deux Cheveaux. Nach diesem sehr persönlichen Eingeständnis ging es aber an die praktischen Probleme, die zu meistern sind. Leitungsführung, auf Putz/unter Putz mit der Frage der baulichen Veränderung; Leitungsprobleme, halten die Leitungen gerade im Bestand die Stromstärken aus; Ladezeiten; Abrechnung, kann man so etwas wie bei Waschmaschinen mit Gebührenmarken darstellen. Seine abschließende Empfehlung: Im Rahmen der Obliegen- und Informationspflichten solle auf alle Fälle der Gebäudeversicherer von Ladestationen oder Wallboxen im Gebäude unterrichtet werden.

Digital in die Zukunft

Für das zweite Schwerpunkthema „Digitalisierung – auch in der Wohnungswirtschaft“ traten Sabine Wiedemann und Prof. Dr. Florian Jacoby, Uni Bielefeld, an. Die digitale Vernetzung ist mittlerweile selbst in der älteren Kundschaft so hoch, dass daraus neue Ansprüche an die Verwaltertätigkeit resultieren, so lautete das Credo von Wiedemann zum Einstieg. Ihre Zukunftsvisionen einer weitreichenden Digitalisierung der Verwalterarbeit stieß teilweise auf Skepsis im Saal. Umso mehr war man sich darin einig, wie wichtig es ist, die eigenen Mitarbeiter in Sachen Digitalisierung frühzeitig ins Boot zu holen. Jacoby fragte in seinem Vortrag hintersinnig: „Braucht man noch Papier, oder kann das alles weg?“ Wohl nicht ganz, wenn man sich zum Beispiel die Formvorschriften zum Umlaufbeschluss anschaue. Auch ein Mietvertrag, dessen Laufzeit länger als ein Jahr ausweist, sollte man doch lieber in Papierform aufbewahren. Doch es gebe Gegenbeispiele, so die Versendung der Einladung zur Eigentümerversammlung per Email. 

Nach der Mittagspause gehörte Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, das Rednerpult. Sein Entree: Unsere Partei und Sie als Hausverwalter stellen eine echte Schicksalsgemeinschaft dar – denn beide haben Respekt vor dem Eigentum und ärgern sich über so manches was aus Berlin kommt. Das Publikum kam in den Genuss der Erzählung, wie er, Lindner, bei einem Karnevalsumzug mitfahren und Kamelle verteilen durfte. Dann aber wieder zum Politischen: Die größte Gefahr 2017 sei der Bürokratismus. Eigentum dürfe nicht zum Luxusgut werden, so ein weiterer Appell. Eine Breitseite schoss er gegen die Globalplayers wie Google, Starbucks und Amazon ab. Sein Auftritt wurde mehrfach von Szeneapplaus begleitet. 

Abschließend ging es nochmal um die Rechtsprechung – beginnend mit der verbrauchsabhängigen Jahresabrechnung im Urteil des OVG Münster. „Das Thema ist furchtbar,“ so einleitend RA Dr. Georg Jennißen. Dessen ungeachtet gelang es ihm, gemeinsam mit RA Siegmar Kemm, umfassend und anschaulich zu informieren – beispielsweise hinsichtlich der drohenden Geldbußen von bis zu 50.000 Euro. Schlussredner RA Thomas Hannemann stellte wichtige Urteile des BGH in puncto Mietrecht vom VIII. Zivilsenat vor. Die Rechtzeitigkeit der Mietzahlung, eine im Keller deponierte und dann entwendete Einbauküche und das richtige Procedere bei Mieterhöhungen standen dabei besonders im Fokus seines spannenden Beitrages.

Informativ. Starke Vortragende. Alles stimmig. So landete das Raumschiff VNWI sicher, weich und pünktlich. Casser setzte noch einen Funkspruch ab: Bitte notieren Sie den 3. Februar 2018. Das 19. Forum ist bereits in Planung.

Autor: Gerhard Schmidberger

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