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Newsartikel vom 07.02.2018 in Kategorie Veranstaltungsberichte

Im Dschungel

Natürlich fanden sich auch bei der 19. Auflage des Kölner Verwalterforums bereits 300 Teilnehmer zum Auftakt am Vorabend im als Dschungelcamp verkleideten Maternussaal zur schon traditionellen Karnevalsitzung ein. Wie jedes Jahr wurde bei ausgelassener Stimmung auf die Veranstaltung am kommenden Tag, dem 3.2.2018, hingearbeitet. Sogar international war man besetzt. Aus der Schweiz kam der Standup-Comedian Alain Frei.

Anderntags begann Dr. Michael Casser, Vorsitzender des VNWI, pünktlich um 9.00 Uhr. In seiner Eröffnungsrede ging er auf zwei wesentliche Punkte ein: Die ehemaligen Vorstandsmitglieder Hans-Willi Verpoort und Hubert Lambernd erhielten Ehrenstatus. Sein Dank galt Ihnen und deren Ehegattinnen, die über Jahre hinweg fleißig mit zum Erfolg des VNWI verhalfen. Apropos Erfolg. Cassers Traum endlich die Bayern zu schlagen, also zum mitgliedsstärksten Landesverband zu werden, scheint wohl 2018 zu gelingen. Der Haase spürt schon den Atem. Casser blieb für den ersten Vortrag gleich am Pult. Sein Thema: Die Berufszulassung für Verwalter. Nach einem kurzen historischen Abriss über den Werdegang des Gesetzes, zeigte er kurze Filmbeträge über die Debatte im Bundestag. War schon erstaunlich, wie eine Handvoll von Abgeordneten noch um Mitternacht am Gesetz feilte. Eine Übersicht über die Neuregelung ist in einer VNWI Aktuell Info zusammengestellt. Diese lag zur Mitnahme aus. Anschließend erhielt das Publikum von Dr. Roland Nolte, Geschäftsführer des VNWI, die Auswertungen des Branchenbarometers.

Zvonimir Milobara, Fachanwalt für Baurecht und Verfasser des (jetzt neu aufgelegten) VNWI-Bauvertrags, nahm sich das neue Baurecht vor. Worauf ist de lege ferenda (ab 1.1.2018) zu achten: die neu eingeführte Abnahmefiktion samt deren Folgen. Für Verbraucher gelten selbstverständlich Extraregelungen, so der Referent: "Ich werde noch 17 Jahre Anwalt sein, ohne dass ich einen Verbraucherbauvertrag nach § 650i BGB sehen werde". Soviel zu einer wohl etwas sehr speziellen Art von Vertrag. Und immer wieder ist sie da - die Elektromobilität. Auch in Köln, vorgetragen von Dr. Ing. Klaus-Dieter Clausnitzer. Klar sei, dass das Ziel von 1 Mio E-Fahrzeugen bis 2020 werde nicht erreicht. Es gebe zwar öffentliche Hilfe, die der Referent wörtlich als Förderungsdschungel bezeichnete. Aber hierfür gebe es sogar eine Broschüre, die für 59,00 EUR zu haben sei, von seiner Arbeitsstelle dem Fraunhofer Institut sogar nur für 39,00 EUR.

Bevor Astrid Schultheis, Vorstandsmitglied des VNWI, zum Auftritt kam, stellte die Bundesrichterin Prof. Dr. Schmidt-Räntsch, verständlich 11 aktuelle Urteile des BGH vor. Dann hing das Publikum an Schultheis` Lippen. Für die Immobilienverwalter stellt das Thema, das sie als ö.b.u.v. Sachverständige für Wohnungseigentum behandelte, so quasi das Aushängeschild dar: die Jahresabrechnung. In ihrer mitreißenden Rede stellte die Referentin die von ihr und Casser verfasste Musterabrechnung 2.0 des VNWI vor (nachzulesen im Sonderheft ZMR 2017,1, sowie im DDIV aktuell 2018, 27). Ihre Hauptthese dabei: der Wirtschaftsplan ist das Rückgrat der Finanzbeschaffung der WEG. Die Abrechnung solle sich in zwei Pflichtteilen wiederfinden, ein dritter Teil, eine Vermögensübersicht, stelle dann die Kür dar.

Geschafft. Das Mittagessen wurde serviert. Anschließend unterhielt auf unnachahmliche Art Chin Meyer. Diese Abwechslung wurde auch nötig gebraucht. Denn im Anschluss stand die EnEV auf der Tagesordnung. Dr. Olrik Vogel, ebenfalls Fachanwalt für Baurecht, führte in einen wahren Paragrafendschungel, der nicht nur nahezu undurchdringlich ist, sondern wahrhaft vernebelt. Rechtsprechung zu dieser Verordnung gebe es nahezu nicht. Alles sei vage und verweise auf zahlreiche Anlagen. Wehe dem, wer sich da verheddert. Daher hilfreich seine Tipps, die er gegen Ende des Vortrages bereithielt: "und vergessen Sie auf keinen Fall die Unternehmererklärung des Auftragnehmers!" Bei Thomas Hannemann, Fachanwalt für Mietrecht, wurde der Dschungel auch noch sumpfig. Nur so kann man das Durcheinander der gerichtlichen Entscheidungen rund um die Mietpreisbremse bezeichnen. Daneben wurden zahlreiche Entscheidungen rund um das Mietrecht erklärt. Für die Neugierigen verriet Casser dann auch gleich das Thema, das Ende August die Burg in Attendorn beschäftigen wird: Mietrecht.

Auch wenn die Referenten halfen, den Paragrafendschungel etwas zu lichten, wäre es besser, dies täte einmal der Gesetzgeber mit der Machete. Aber trotz mit 500 Plätzen überbuchter Veranstaltung, verhalf diese mit Georg Roths charmanter Moderation den Anwesenden zu neuen Erkenntnissen, um manch verhängnisvoller Liane zu entschlüpfen. Der Termin für 2019 steht bereits fest: 23. Februar 2019. Und wieder gilt, wer dabei sein will, muss sich rechtzeitig anmelden.


Gerhard Schmidberger
, Heilbronn





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